Teil 2

von Bianka Schönbrunn

Superfoods sind en vogue und werden oft als eine Art „Wundernahrung“ gepriesen. Doch warum ist das so? Was können die exotischen Beeren, Samen, Früchte und Wurzeln, was andere Lebensmittel nicht können? Im Folgenden erhälst Du einen kleinen Überblick über einige der besonders häufig als Superfood bezeichneten Nahrungsmittel.

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  1. Mangostane

Die „Königin der Früchte“ – zumindest wenn es nach den Thailändern  geht. Diese schätzen die Frucht des Baumes Garciana mangostana nicht nur aufgrund ihres köstlichen Geschmackes, sondern verwenden sie traditionell auch in der Volksheilkunde. Bei der vor allem in Südostasien wachsenden Tropenfrucht, welche äußerlich an eine Mandarine mit weißem Fruchtfleisch und dunkelvioletter Schale erinnert, handelt es sich um eine der geschmacksintensivsten Früchte der Welt.

Mangostanen enthalten ein hohes Maß an Kalium, Magnesium, Kalzium sowie Vitamin B, C und E. Durch die hohe Konzentration des Polyphenols Xanthonen besitzen sie eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung. Traditionelle Heiler  setzen sie bei der Behandlung von Unterleibsschmerzen, Geschwüren, Ekzemen und Infektionen ein. Die ungenießbare Schale wird auch zur Behandlung von Wunden, gegen Durchfall und Blasenbeschwerden verwendet.

Frische Früchte sind außerhalb der Tropen nur sehr schwer erhältlich. Reformhäuser und Bioläden bieten Mangostanen meist in Form von Pulvern und Säften an. Diese lassen sich dann, für einen vitalisierenden Drink, bestens anderen frischen Säften oder Smoothies zugeben.

  1. Noni

Noni, die „polynesische Powerfrucht“, kommt recht unscheinbar daher. Die zwischen 7 und 10 Zentimeter großen weißlich-gelben, höckrigen Früchte wachsen an kleinen, immergrünen Bäumen namens Morinda citrifolia auf Hawaii, Tahiti und in anderen tropischen Pazifikregionen.

Nonifrüchte sind reich an Magnesium, Eisen, Kalium, Vitamin C und einer Vielzahl gesundheitsfördernder sekundärer Pflanzenstoffe. In der traditionellen polynesischen Heilkunde werden Nonifrüchte aufgrund ihrer antimykotischen, antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung geschätzt. So sollen sie helfen, das Immunsystem zu stärken, Infektionen zu bekämpfen und den Blutzuckerspiegel senken.

Außerhalb des südpazifischen Raumes sind Nonifrüchte hauptsächlich als Säfte und Pulver erhältlich. Da die Früchte einen eher bitteren Eigengeschmack haben, ist es empfehlenswert, die Säfte oder Pulver mit süßeren Früchten wie Beeren oder Bananen zu mischen.

  1. Spirulina

Spirulina, das sind blaugrüne Süßwasseralgen, die in alkalischen Gewässern Amerikas, Asiens und Zentralafrikas vorkommen. Die Azteken in Mexiko nutzten sie seit jeher als Nahrungsmittel. So verwendeten sie das getrocknete Algenpulver beispielsweise zur Zubereitung von Kuchen oder Suppen.

Spirulina-Algen sind ein ausgezeichneter Lieferant von Vitaminen und Mineralstoffen: vor allem Vitamin E, Mangan, Eisen und Selen. Des Weiteren bestehen die Algen zu 60 bis 70 Prozent aus Protein und besitzen alle neun essentiellen Aminosäuren. Die in den Algen enthaltene Gamma-Linolensäure hat entzündungshemmende Wirkung.

Erhältlich sind die Algen in Reformhäusern als Tabletten oder Pulver. Letzteres eignet sich als Zutat von Smoothies, Salaten oder Dressings. Aber auch bei der Herstellung von anderen Produkten wie Rohkostriegeln oder Keksen dienen Spirulina-Algen immer öfter als Zutat.

  1. Kurkuma

Das strahlend gelbe Gewürz Kurkuma wird aus dem Wurzelstamm der in Asien wachsenden Pflanze Curcuma longa gewonnen. Bekannt ist das Gewürz vor allem als Zutat in Gerichten wie Curry, welchem es die markante gelbe Farbe und einen kräftigen Geschmack verleiht.

Doch Kurkuma kann mehr als nur Lebensmittel schmackhafter zu machen. In der traditionellen chinesischen Medizin und im Ayurveda wird es verwandt, um Entzündungen oder den Verdauungstrakt zu heilen und Hautkrankheiten zu behandeln. Wichtigster Wirkstoff dabei ist das entzündungshemmende Polyphenol Kurkumin. Kurkuma gilt ebenfalls als Wachmacher, soll die Fettverbrennung ankurbeln sowie Alzheimer und Arthritis entgegenwirken.

Das Gewürz, welches ein leicht bitteres und scharfes Aroma aufweist, ist eine elementare Zutat der asiatischen Küche. So wird es für die verschiedensten Currys verwendet. Kurkuma ist jedoch auch außerhalb von Asien zu finden und würzt beispielsweise mexikanisches Chili con Carne, japanische Tees, verschiedene Essig- und Senfsorten. Neben seiner kulinarischen Bedeutung findet Kurkuma ebenfalls Anwendung in der Mode. In Asien wird es benutzt, um Tücher in sonnigem Orangegelb einzufärben.

  1. Maca

Die Pflanze Maca (Lepidium meyenii) wächst in den Hochlagen der Anden. Die Bewohner Perus bauen sie seit Jahrtausenden wegen ihrer fleischigen Wurzel an. Dieser wird nachgesagt, die Kondition zu verbessern, Müdigkeit zu verringern und aphrodisierend zu wirken. Inkakrieger verzehrten die Wurzel vor einer Schlacht, denn sie glaubten daran, dass das Gewächs ihre Stärke erhöhen und ihre Ausdauer verbessern würde.

Maca-Wurzeln sind reich an verschiedenen Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren und Fetten. Es wird vermutet, dass die in der Maca-Wurzel reichlich enthaltenen Phytosterole und Alkamide das Hormonsystem stärken. So soll der Verzehr von Maca für mehr Energie sorgen und eine Verbesserung des Stoffwechsels sowie eine Aufhellung der Stimmung mit sich bringen.

Zu kaufen gibt es Maca meist als rohes oder gelatiniertes Pulver. Für dessen Herstellung wird die Wurzel bei niedrigen Temperaturen getrocknet und gemahlen. Maca-Pulver eignet sich für die Zubereitung von Desserts und Müslis oder kann Smoothies oder Nussmilch zugegeben werden.

 

Übrigens, Superfood muss kein exotisches Gewächs aus Übersee sein. Auch in Europa wachsende Pflanzen wie Knoblauch, Oliven oder Heidelbeeren können sich in punkto Nährstoffgehalt durchaus mit ihren weit gereisten Kollegen messen. So gesund sie auch sein mögen: Superfoods aus Übersee bringen durch ihren langen Transportweg auch immer eine Belastung für die Umwelt mit sich und bei normalerweise frisch genossenen Lebensmitteln ist immer auch Achtung bei der Haltbarkeit geboten.

Doch ganz gleich ob exotische oder heimische Nahrungsmittel, am wichtigsten ist noch immer eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung – denn einen ungesunden Lebensstil kann auch Superfood nicht kompensieren.

Text und Bild: B. Schönbrunn

 

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