Teil 1

von Bianka Schönbrunn

Seit einiger Zeit ist der Begriff Superfoods in aller Munde – meist in Zusammenhang mit exotisch anmutenden Namen wie Açai, Goji oder Quinoa. Klingt unwiderstehlich. Doch was macht diese Lebensmittel zum Superfood? Besitzen sie wirklich „Superkräfte“ oder ist der Hype um die Beeren, Früchte, Samen und Wurzeln aus fernen Ländern doch eher eine geschickte Marketing-Strategie?

Was genau unter den Begriff Superfood fällt, ist nicht ganz klar. Eine fachliche Definition gibt es bisher nicht. Im Allgemeinen besitzen Superfoods einen hohen Nährstoffgehalt und weisen meist drei Eigenschaften auf: Sie helfen beim Abnehmen, haben gesundheitsfördernde Effekte und sorgen für mehr Vitalität und Energie.

Durch den Trend zur Exotik begegnen uns einige Namen jedoch besonders oft. Für alle, die sich ebenfalls schon die Frage gestellt haben, was genau sie können, werden im Folgenden 10 häufig genannte Superfoods vorgestellt:

  1. Açaibeere

Jeder hat vermutlich schon einmal von der Açaibeere gehört. Bei dieser „Superbeere vom Amazonas“ handelt es sich um die Früchte einer Palme namens Euterpe oleracea, welche in den brasilianischen Tropenwäldern beheimatet ist. Dank ihres hohen Gehaltes an Nährstoffen erlangte die kleine, dunkelviolette Beere in den USA und der ganzen Welt schlagartig große Popularität.

Die Açaibeere enthält viele verschiedene Aminosäuren, Spurenelemente, nützliche Fettsäuren sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Gepriesen wird sie jedoch vor allem aufgrund einer hohen Konzentration an zellschützenden Antioxidantien. Der Genuss von Açaibeeren soll sich positiv auf die Gesundheit von Herz und Blutgefäßen auswirken, das Immunsystem stärken und den Alterungsprozess verlangsamen.

Frisch ist die Açaibeere außerhalb von Südamerika schwer erhältlich. Deshalb wird sie in Europa meist als Pulver, Saft oder gefrorenes Sorbet verkauft. Bei trinkfertigen Säften oder Smoothies sollte man unbedingt vorher das Etikett lesen – denn diese können mit billigeren Säften gemischt oder zusätzlich gezuckert sein.

  1. Gojibeere

Mehr Vitalität und Ausdauer – das verspricht die aus China stammende Gojibeere, die leuchtend orangerote Frucht des Strauches Lycium barabrum. Die Superbeere war bereits in der traditionellen chinesischen Medizin bekannt. Die Heilkundigen setzten sie bei Diabetes und Bluthochdruck, zur Erhaltung gesunder Augen sowie zur Steigerung von Leistungsfähigkeit und Ausdauer ein.

Gojibeeren sind äußerst reich an Vitamin C und E, Beta-Carotin sowie hochwirksamen Antioxidantien, welche unter dem Kürzel LBP bekannt sind. Letztere sollen entzündungs- und stresshemmend wirken und eine Anti-Aging-Wirkung besitzen. Die in Gojibeeren enthaltenen Substanzen können zudem den Stoffwechsel, und damit die Gewichtsabnahme, sowie das Immunsystem positiv beeinflussen. Sie wirken Müdigkeit entgegen und sorgen so für mehr Vitalität und Wohlbefinden.

Zu kaufen gibt es die starke Beere meist in Bioläden in Form von Säften oder Pulvern, aber auch als getrocknete Früchte. Diese eignen sich bestens als Snack für Zwischendurch oder Zutat im Müsli oder Smoothie.

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  1. Quinoa

Oft wird Quinoa zu den Getreiden gezählt, da es meist auf ähnliche Weise zubereitet wird. Genau genommen handelt es sich jedoch bei Quinoa um Samen, und zwar die der Pflanze Amaranthaceae. Diese stammt aus Südamerika und wird dort schon seit über 5.000 Jahren angebaut. Das Volk der Inka versprach sich vom Verzehr der als „Mutter aller Getreide“ bezeichneten Speise mehr Kraft und Ausdauer.

Das „Proteinpaket“ Quinoa ist äußerst reich an Eiweiß. Eine Tasse Quinoa enthält etwa 8 Gramm Protein – mehr als ein Ei. In den Samen befinden sich, genauso wie in tierischen Produkten und Tofu, alle 9 essenziellen Aminosäuren. Diese können vom Körper selbst nicht produziert und müssen ihm zugeführt werden. Quinoa ist zudem besonders reich an Kalzium, Magnesium sowie weiteren Mineralstoffen. Die Wirkung des Magnesiums sorgt für Entspannung in Muskeln und Blutgefäßen. Ein hoher Gehalt an mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, Polyphenolen, Ballaststoffen sowie Vitamin A, C und E wirkt unterstützend bei Gewichtsverlust und Fettreduzierung, weshalb es ein ideales Nahrungsmittel für Diabetiker ist.

Quinoa hat einen leicht nussigen Geschmack und eignet sich bestens als Zutat für ein Müsli, ist aber auch eine hervorragende Alternative zu traditionellen Getreidesorten.

  1. Chiasamen

Chiasamen entstammen der in Mexiko und im Südwesten der USA beheimateten Wüstenpflanze Salvia hispanica. Der Name Chia geht zurück auf die Sprache der Maya und bedeutet so viel wie Kraft oder Stärke.

Da sie für mehr Energie und Ausdauer sorgen sollen, werden Chiasamen auch als „Nahrung der Läufer“ bezeichnet. Die kleinen schwarzen und weißen Samenkörner sind ein großer Kalziumlieferant. Damit haben sie positive Effekte beim Knochenaufbau. Weiterhin sind Chiasamen reich an energieliefernden Kohlehydraten, Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren.

Verzehrt werden können Chiasamen im Ganzen als Zutat in Salat oder Müsli. Gemahlen eignen sie sich ebenfalls zum Backen. Da sie keinen ausgeprägten Eigengeschmack besitzen, sind sie vielseitig in den verschiedensten Gerichten einsetzbar.

  1. Sacha Inchi-Samen

Relativ neu in der Welt der Superfoods sind die sternförmigen Sacha Inchi-Samen, auch bekannt unter dem Namen „Inkanüsse“. Sie sind die Früchte der südamerikanischen Pflanze Plukenetia volubilis und werden in der Andenregion seit Tausenden von Jahren verzehrt.

Sacha Inchi-Samen sind eine wahre „Proteinbombe“. So enthalten bereits 30 Gramm der Samen etwa 8-9 Gramm leicht verdauliches Eiweiß. Neuesten Erkenntnissen zufolge sind Inkanüsse ebenfalls „Komplett-Proteine“, d.h. sie enthalten alle neun essentiellen Aminosäuren. Des Weiteren sind Sacha Inchi-Samen reich an Vitamin E. Ein Esslöffel Sacha Inchi genügt, um den täglichen Vitamin E-Bedarf eines Menschen zu decken.

Hierzulande sind die Samen meist in Form von Öl erhältlich. Als solches eignet es sich gut als Alternative zu anderen Ölen in Salatsaucen.

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Text und Bild: B. Schönbrunn

 

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